Die Astrologie

Geschichte • Definition • Faktoren

Geschichte

Antike - Die Geburt der Astrologie

Die ältesten belegbaren Spuren zur Astrologie reichen über 2000 Jahre vor Christi Geburt zurück und führen uns nach Mesopotamien, zu den Sumerern. Die Menschen wurden häufig von kriegerischen Völkern und Naturkatastrophen bedroht. Kein Wunder also, dass sie versuchten ihre Götter mit Opfergaben und Gebeten zu beeinflussen. Sie begannen ihren Blick vermehrt auf die Sterne zu richten, vielleicht auch deshalb weil sie Sterne und Planeten Göttern zugeordnet hatten, und sie ihren Göttern nahe sein wollten. Und so beobachteten die Priester aufmerksam jede Erscheinung am Himmel, die sie dann als günstig oder ungünstig für Volk und Herrscher befanden.

Ca. 2000 v. Chr. übernahmen die Babylonier das Land der Sumerer, und auch viele ihrer technischen und kulturellen Errungenschaften. Auch bei den Babyloniern gehörten die Götter zum täglichen Leben. Sie feierten erstaunliche Zeremonien in ihren Tempeln, bei denen Priester, Musiker, Traumdeuter - und Astrologen mitwirkten. Diese Hochkultur kannte die Sternbilder und erschuf den vollständigen Tierkreis und seine Aufteilung in Zeichen.

Dann kamen die Griechen...

...vermehrt in Kontakt mit den Babyloniern zur Zeit Nebukadnezars, vom 8. bis zum 6. Jh. v. Chr. Sie übernahmen die astrologischen Techniken und die damit verbundene religiöse Vorstellung und entwickelten die Astrologie weiter: Das Häusersystem wurde erschaffen, genauso die 4 Elemente, 3 Qualitäten und damals 7 Herrscher.

Es war der griechische Mathematiker, Astronom und Philosoph Claudius Ptolemäus, der die Erde in den Mittelpunkt des Planetensystems setzte. Und somit das heute noch in der Astrologie gültige Zentrum schuf.

Auch andere Hochkulturen übten großen Einfluss auf die Astrologie aus. Bei den Ägyptern und Chinesen kam zur Himmelsbeobachtung noch das Wissen um die Bedeutung der Zeit hinzu, wodurch das Niveau der Voraussagen anstieg. Von Faktor 'Zeit' leitete man den Tierkreis ab. Jedem Zeichen gab man im Jahr 30 Grad. Das Astrologische Jahr beginnt im Frühling im Zeichen des Widder.

Christentum und Astrologie

Das frühe Christentum stand der Astrologie sehr skeptisch gegenüber. Heidnischer Humbug! Ein Christ bedarf der Astrologie nicht! So geriet im Römischen Reich die Astrologie mit der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion nach und nach ins Abseits. Und dennoch! Wussten Sie, dass die Heiligen Drei Könige, keine Könige sondern astrologische Gelehrte waren? Später wurde unter christlichen Herrschern Astrologie dennoch weiter betrieben. Vor allem in Klöstern des späten Mittelalters wurde astrologisches Wissen als Kulturgut aufgenommen. Allerdings wurde zwischen abergläubischer und natürlicher Astrologie unterschieden

In der Renaissance erlebte die Astrologie eine Renaissance, die bis ins späte 17. Jahrhundert andauerte. Wichtige Impulse dazu lieferte Spanien. Nach der Vertreibung der Mauren herrschte dort für kurze Zeit eine für Europa ungewöhnliche Duldsamkeit und Aufgeschlossenheit, die viele Wissensgebiete befruchtete. Kopernikus und Johannes Kepler waren die bedeutenden Astrologen jener Zeit. Auch zeitgenössische Päpste förderten die Astrologie. Von Italien aus verbreitete sie sich dann über ganz Europa.

Astrologie heute

Und heute? Mit zunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde die Astrologie immer weniger geschätzt. Zudem kommt die Trivialisierung und Kommerzialisierung. Wer kennt sie nicht, die kleinen Horoskope in der Regenbogenpresse oder Live-Astrologen im Fernsehen. Die Astrologie wird zur Karikatur. Und dennoch gibt es durchaus noch anspruchsvolle Forschung. Nach wie vor vereint die Astrologie alle Qualitäten, die sie in ihrer über 4000-jährigen Geschichte geprägt haben.

Ist das wirklich Wissenschaft?

Genau genommen handelt es sich bei der Astrologie historisch um eine Lehre im vorwissenschaftlichen Stadium, also um eine sogenannte Protowissenschaft. Damals war die Vorstellung akzeptiert, dass Himmelskörper direkten Einfluss auf irdische Ereignisse ausüben. Heute wissen wir, es gibt diesen Einfluss tatsächlich: Unser Mond zum Beispiel, wacht über die Gezeiten und hält die Erdachse stabil. Jupiters enormer Anziehungskraft ist es zu verdanken, dass vorbei ziehende Meteore, die für die Erde gefährlich werden könnten, uns gar nicht erst erreichen, sondern vom Gasriesen abgelenkt oder verschlungen werden.

Aber bestimmen die Sterne auch unser Schicksal? Gerade in der Wissenschaft wird diese These mit großer Skepsis gesehen. Bislang durchgeführte Studien lassen noch viele Fragen offen. Und dennoch! An anderer Stelle hat die faszinierende Quantenphysik bewiesen, dass manche Vorgänge in der Natur sich genauen mathematischen Berechnungen völlig entziehen und sich mit den Gesetzen der klassischen Physik nicht erklären lassen. Der Ausgang von Experimenten kann nicht eindeutig durch Anfangswerte festgelegt werden und ist niemals unabhängig von der Beobachtung. D.h. allein die Beobachtung des Experiments beeinflusst dessen Ausgang in physikalischer Weise. Verhält es sich mit der Astrologie ähnlich? Dann hätten sowohl Befürworter, als auch Gegner recht.

Was steckt hinter dem astrologischen Phänomen?

Wunder? Magie? Eher nicht. Das Geheimnis ist weiterhin gut gehütet, und wird es vielleicht auch immer bleiben. Um das zu akzeptieren sollten wir uns einen Augenblick in die Welt einer Biene versetzen. Wir fliegen von Blüte zu Blüte, sammeln Pollen und nehmen das große Wesen neben uns, einen Mensch, nicht einmal wahr. Als Biene bleibt uns die Gedankenwelt der Menschen verborgen. Dafür sind wir von Natur her nicht geschaffen. Es kann also durchaus sein, dass Menschen nicht geschaffen sind, alle kosmischen Zusammenhänge zu verstehen. Der 2007 verstorbene Physiker, Friedensforscher und Philosoph Carl-Friedrich von Weizsäcker wird in diesem Zusammenhang oft zitiert, weil seine Aussage den Kern sehr gut trifft: "Ich bin zwar skeptisch gegen die Astrologen, aber ich bin auch skeptisch gegen die Meinung der Physiker, nur das kann wahr sein, was sie selbst schon verstanden haben."

Am Ende ist es jedem von uns selbst überlassen, ob wir an Horoskope glauben. Letzten Endes bleiben wir auch immer selbst für unser Handeln verantwortlich. Horoskope, Tarot und andere Mittel zur Lebenshilfe können uns weder unsere Verantwortung nehmen, noch unser endgültiges Schicksal bestimmen.

Quellen:

Definition

Astrologie ist die Deutung von bestimmten Gestirnskonstellationen, um irdische Geschehnisse und das persönliche Schicksal eines Menschen vorherzusagen und zu interpretieren.

Auch die Assyrer hatten großen Einfluss auf die antike Astrologie

Schlangenträger

Das 13. Sternzeichen? Von Zeit zu Zeit taucht diese Frage auf. Ophiuchus, der Schlangenträger ist ein unauffälliges Sternbild am Sommerhimmel und gehört zu den 48 Sternbildern der Antike. Dieses Sternbild liegt auf der Ekliptik, gemeinsam mit den 12 Sternbildern, nach denen die Tierkreiszeichen benannt worden sind. Würde man den Sternkreis neu einteilen, läge Schlangenträger zwischen Skorpion und Schütze. Allerdings ist das nicht wahrscheinlich, da die Astrologie mit Tierkreiszeichen arbeitet und nicht mit Sternenbildern. Für die Horoskoperstellung hat der Schlangenträger keine Bedeutung.

Faktoren

Hier sind wichtige Faktoren aufgeführt.

Die 10 Planeten

Jedem der 12 Tierkreiszeichen ist ein Planet zugeordnet, wobei zwei Planeten ( Merkur und Vebus ) für je zwei Zeichen zuständig sind.

Die Aspekte

Günstige und ungünstige Winkel zwischen z.B. den Planeten im Horoskop.

Die 12 Häuser

Repräsentieren die 12 Abschnitte im Leben.

Die 10 Herrscher

Jedes Haus hat mindestens einen Herrscher. Das ist der Planet, der das Tierkreiszeichen des jeweiligen Hauses beherrscht.

Die 4 Elemente

Feuer, Erde, Luft und Wasser beschreiben die Grundlage des Wesens und des Temperaments.

Die 3 Qualitäten

Die vier Elemente kommen in je drei Qualitäten zur Geltung: kardinal, fix und veränderlich. Auch sie geben entscheidende Auskunft über das Wesen der Person.